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Diskussion: Rassismus in Europa - Nur ein Randphänomen rechtsextremer Parteien?

 

Donnerstag, 9.Dezember 2010, 18 Uhr im Dar al Janub

Der Verlauf des Wahlkampfes und das Wahlergebnis in Wien, das Ergebnis der Wahlen in Schweden - quer durch Europa zeigt sich ein Erstarken rechtsextremer Parteien und Ideologien, die rassistische und antimuslimische Ressentiments in ihrer Wahlpropaganda nutzen. Doch ist dieser Rassismus und seine zunehmende antimuslimische Stoßrichtung tatsächlich nur ein Phänomen rechtsextremer Parteien, ein Phänomen der Unterschicht oder ist er auch Teil der Ideologie von MeinungsführerInnen und oder sogar Teil des europäischen postkolonialen und postnazistischen Erbes? Die Diskussion um die Thesen von Thilo Sarrazin scheint dies zu bestätigen. Diese Thesen kommen nicht aus der Unterschicht, sie kommen nicht vom rechten Rand, sondern von einem Teil der politischen und intellektuellen Elite. Andere Teile dieser Elite lehnen Sarrazins Thesen zwar in ihrer Ausformung ab, stimmen aber doch inhaltlich überein - es gäbe ein (muslimisches) Integrationsproblem.

Was wird unter Integration verstanden, was soll mit dieser Integration aber erreicht werden? Sogenannte "Integrationsbereitschaft" (oder umgekehrt "Integrationsunwilligkeit") war und ist bis heute ein beliebig einsetzbares Schlagwort, um Bevölkerungsgruppen zu marginalisieren und gesellschaftlich an den Rand zu drängen.

Schon alleine das Kriterium der Sprache ist ein zu hinterfragendes und diskriminierendes. Nur in den seltensten Fällen können MigrantInnen den zunehmend strikten Sprachanforderungskatalogen in europäischen Ländern gerecht werden, was sie schon von Vorhinein von Partizipationsmöglichkeiten und Mitbestimmung an gesellschaftlichen Entwicklungen ausschließt.

Die aggressive und hegemoniale "Integrationsdebatte" nach innen geht einher mit einer zunehmend aggressiven und hegemonialen europäischen Politik nach Außen, beide scheint einander zu bedingen. Straches FPÖ gibt an "freie Frauen" gegen den "Kopftuchzwang" zu verteidigen - dies scheint nach Außen der "Verteidigung der Freiheit" in Afghanistan zu entsprechen, wie der deutsche Verteidigungsminister sie einst propagierte.
Welche Denkmuster offenbaren sich in der gegenwärtigen Integrationsdebatte? Welche stillschweigenden, vermeintlichen "Normen" wohnen diesem Diskurs inne? Welche Konstruktionen gelten dabei bereits als allgemeingültig - tief hinein in die politische Mitte und in der Linken? Diese und weitere Fragestellungen möchten wir in der Diskussion erörtern.



Gäste am Podium:

- Dr. Kien Nghi Ha ist Kultur- und Politikwissenschaftler mit den Arbeitsschwerpunkten postkoloniale Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diasporic Studies. Er hat zahlreiche Beiträge zu Fragen kultureller Hybridität, Identitätspolitik und kolonialer Präsenzen mit einem Fokus auf den deutschen Kontext publiziert. Sein neues Buch »Unrein und vermischt. Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen ›Rassenbastarde‹« (transcript Verlag) ist kürzlich erschienen.

- Mag. Aiman Morad
ist Mitarbeiter der Islamischen Liga der Kultur, zu deren Agenda unter anderem der interkulturelle Dialog zwischen Muslimen und Angehörigen/VertreterInnen anderer Glaubensgemeinschaften in Österreich zählt. Parallel dazu arbeitet er für die Islamische Religionspädagogische Akademie, die neben einer fundierten und praxisorientierte LehrerInnenausbildung für Studierende auch als österreichische Institution im vereinigten Europa eine Rolle als Vermittlerin zwischen den Kulturen und Religionen spielt.


Zeit und Ort: 18 Uhr im Dar al Janub, Kleistgasse 8/3, 1030 Wien
Eintritt frei



Anmerkung: Aufgrund der Wetterlage wurden die Flüge vom Flughafen Berlin am 9.12.2010 leider gestrichten. Dr.
Kien Nghi Ha war es daher bedauerlicherweise nicht möglich an der Veranstaltung teilzunehmen.

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