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Grußadresse anlässlich des Hiroshima-Tages 2005

 

Am 6. August und am 9. August 1945 starben mehr als 300.000 Menschen in Hiroshima und Nagasaki beim ersten Atombombenabwurf der Menschheitsgeschichte durch US-amerikanische Flugzeuge. Der Geschichte des Krieges wurde ein neues, grauenhaftes Kapitel hinzugefügt: die in unvorstellbare Maßen gesteigerte, gezielte und systematische Ermordung tausender und abertausender Menschen binnen weniger Augenblicke; der geplante Angriff auf die Zivilbevölkerung eines militärischen Gegners, die vollkommene Zerstörung ganzer Städte und Dörfer; der totale Krieg in seiner kaltblütigsten Art. Der "Krieg zur Beendigung aller Kriege" hatte das industrielle Morden perfektioniert; per Knopfdruck konnten nun "Massen vernichtet"werden. Ein neuer, zynischer Begriff beschrieb von nun an den Krieg: Massenvernichtung.


Entgegen der lange gepflegten Legende wussten die USA sehr genau, welche Wirkung "Fat Man"und "Little Boy"- die beiden über Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Bomben – haben würden, und sie wussten auch, dass Japan unmittelbar vor der Kapitulation stand. Das nukleare Höllenfeuer sollte nicht Japan besiegen, sondern die vorrückende Sowjetarmee zum Stillstand bringen.
Der Welt sollte demonstriert werden, welche gigantische Vernichtungskraft und welchen unermesslichen Vernichtungswillen die USA besitzt, sie sollte vor dieser Politik des "Shock and Awe"erschrecken und sich dem amerikanischen Konzept der einen Welt unter amerikanischer Führung fügen.

Der Abwurf der Atombombe war auch der Beginn der uneingeschränkten Hegemonie der USA. Einer Weltmacht, die mit Hiroshima und Nagasaki vorführte, dass sie bereit ist jederzeit, überall und mit allen Waffen gegen mögliche und tatsächliche Widersacher vorzugehen.

Nach dem Ende des sogenannten kalten Krieges wurde diese Herrschaft offensichtlich. Rücksichtslos gegenüber jedem potentiellen Kontrahenten und ohne Rücksicht auf internationales Recht und Völkerrecht soll nur mehr das Recht des Stärkeren gelten. In einem System dieses Rechts ist der Schrecken der Atombombe leider nicht Geschichte, sondern eine logische Konsequenz in der Gegenwart und in der Zukunft. Die USA überlegen wieder offen Atomwaffen einzusetzen, sogenannte "Mini–Nukes", Atomwaffen die begrenzte Gebiete vollkommen vernichten, sollen angewendet werden. Dadurch zwingen sie Länder, die sich den USA nicht bedingungslos unterwerfen wollen geradezu aufzurüsten, alle Bemühungen der Nonprofileration und der Abrüstung werden von den USA direkt und indirekt torpediert.

Der Besitz von atomaren Waffen, die bloße Androhung und selbstverständlich auch die reale Möglichkeit ihres Einsatzes stützen die Militärmächte USA und Israel in ihrem Versuch ihre Weltordnung den Menschen und Völkern aufzuzwingen. Ebenso wie die USA verlässt sich Israel auf die einschüchternde Wirkung und den strategischen Vorteil des Besitzes von nuklearen Massenvernichtungswaffen. Atomare Sprengköpfe in den Arsenalen der USA und Israels sind wie eine an der Schläfe angesetzte Pistole – eine verbrecherische Erpressung mit der den Bedrohten der eigene Wille aufgezwungen werden soll.


Gleichzeitig werden auch ohne den Einsatz von Atomwaffen Kriege geführt und "Massen vernichtet", ebenfalls mit dem Ziel so viele Menschen wie möglich zu töten. Das jahrelange Embargo gegen den Irak hat Millionen Menschen das Leben gekostet, der Einsatz von Urangeschossen während des Golfkrieges 1991 und 2003 bis heute muss als Einsatz von nuklearen Massenvernichtungswaffen gebrandmarkt werden. Und auch der laufende Krieg im Irak, der zwar eine breite öffentliche Ablehnung erfahren hat, dennoch nicht verhindert werden konnte, und der im Zuge der Besatzung weitergeführt wird, kostet täglich zahlreichen Menschen das Leben, ist eine undeklarierte "Massenvernichtung". Die Stadt Falluja wurde wiederholte Male durch amerikanische Großoffensiven heimgesucht, sollte zur Abschreckung vollkommen zerstört werden, und auch hier war das hauptsächliche Ziel möglichst viele ZivilistInnen zu töten um den Widerstand einzuschüchtern.


Angesichts der historischen und gegenwärtigen eingesetzten Massenvernichtung ist es der Gipfel des Zynismus, wenn das edle Ziel der Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen als Argument für die Kriegsführung eingesetzt wird.

So geschah es in der Kriegsvorbereitung gegen den Irak, und so geschieht das gegenwärtig, wenn der Iran als weiteres Land von den US-Kriegsstrategen bedroht wird.

Hiroshima zu gedenken bedeutet heute sich gegen die Durchsetzung des Rechts des Stärkeren zu stellen, sich gegen Massenvernichtung in all seinen grausamen Formen – der grell aufleuchtenden und der still vor sich gehenden – zu stellen, sich gegen den "US-Krieg gegen den Terror" in all seinen Facetten, der den größten Terror auf die Mehrheit der Menschheit ausübt zu stellen.

Eine starke Friedensbewegung, und eine Bewegung für Dialog, internationale Solidarität und Verständigung, ist notwendiger denn je, um dem Rassismus und dem Haß gegen die Völker des Südens, der täglich hier zu erzeugen versucht wird, und der die Grundlage für Krieg und Massenvernichtung darstellt, entgegenzutreten.


Peter Leidenmühler

Sprecher des Dar al Janub/ – Verein für Antirassistische und Friedenspolitische Initiative

Diese Grußadresse auch zu finden unter: hiroshima.at.

 

 

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