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Gaza 2010

Berichte - Expertisen - Einschätzungen: Ein Jahr nach dem israelischen Angriff auf den Gazastreifen

 

Ein Jahr nach dem israelischen Großangriff ist der Gazastreifen aus den Nachrichten verschwunden. Das weltweite mediale Interesse konzentrierte sich drei Wochen lang auf die verheerende israelische Offensive in einem seit Jahren andauernden Krieg. Streiflichtartig wurde die Situation in Gaza beleuchtet, stereotyp wurden vermeintlich zwei Kriegsparteien beschrieben, Israel auf der einen Seite, die Hamas auf der anderen. Dazwischen - hieß es - die notleidende Bevölkerung des Gazastreifens, ein bedauerlicher
Kollateralschaden mit über 1.400 getöteten PalästinenserInnen.

Mit der verkürzten Darstellung der Hintergründe und Ursachen des Krieges, den ahistorischen Analysen, stereotypen Kommentaren und hilflosen Statements zum Kriegsgeschehen in den meisten europäischen Medien, sowie auf außenpolitischer und diplomatischer Ebene der europäischen EntscheidungsträgerInnen, zeigten sich deutlicher denn je die Unkenntnisse über die historischen Zusammenhänge des Nahostkonflikts. Die Europäische Union als Ganzes, aber auch die führenden Einzelstaaten ignorierten die
Völkerrechtsverletzungen und übernahmen in nicht wenigen Fällen die Argumentation der israelischen Regierung.

Selbst als der "Verteidigungskrieg" Einrichtungen der UNO traf, schwiegen die verantwortlichen Stellen dazu. Die UNO als international anerkannte Organisation war in ihrer Handlungsfähigkeit matt gesetzt und sah tatenlos zu, selbst als die israelische Armee "gezielte Angriffe auf zivile Mitarbeiter und Institutionen der Vereinten Nationen" (UN-Bericht vom 5.Mai 2009) verübte. Die veröffentlichten und unveröffentlichten UN-Berichte über massive Verstöße seitens Israel gegen das Völkerrecht sorgten für derart massiven diplomatischen Druck, dass UN-Experten, wie der renommierte Rechtsanwalt Goldstone, als parteiisch disqualifiziert werden sollten.

Der seit über 60 Jahren andauernde Krieg - unterbrochen von mehr oder weniger lang anhaltenden Feuerpausen - wurde in diesen drei Wochen politisch, medial und im öffentlichen Bewusstsein auf den Wahlsieg der Hamas 2006, die notwendige Anerkennung des Existenzrechts Israels seitens Hamas und abgefeuerte Kassam-Raketen auf zwei israelische Grenzstädte reduziert.

Wie ist die Situation im Gazastreifen ein Jahr nach den israelischen Angriffen, bald vier Jahre nach dem unerklärten, politischen und wirtschaftlichen Embargo? Wovon lebt die Bevölkerung im abgeriegelten, zerstörten und nicht wieder aufgebauten Gazastreifen? Die tragische Routine nach jedem Krieg - internationale Hilfe, Wiederaufbau, Versorgung der Invaliden, medizinische Soforthilfe - all das wurde für den Gazastreifen außer Kraft gesetzt. Weshalb?

Wo sind die internationalen NGOs, Ärzte, PolitikerInnen, JournalistInnen und ExpertInnen, die nach jedem Krieg die lindernde Aufgabe übernehmen vor Ort zu helfen und vor Ort zu berichten?

Gaza - dem "größte Freiluftgefängnis der Welt" ist offenbar auch jede Besuchserlaubnis entzogen. Als europäische NGOs möchten wir dennoch nichts unversucht lassen Betroffene vor Ort nach Wien einzuladen und damit auch die extralegale Blockade gegen die Bevölkerung des Gazastreifens und Palästinas ein Stück weit aufzubrechen.


Kurzer Veranstaltungsbericht »

Eröffnungsrede von Dar al Janub über die Verantwortung von NGOs »

Video-Grussbotschaft der Abgeordneten zum Palästinensischen Legislativrat, Dr. Maryam Saleh »

Podiumsdiskussion
Datum: 16. Januar 2010, 17 Uhr
Veranstaltungsort: Albert-Schweitzer-Haus, Großer Saal, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

Gäste am Podium:

Prof. Dr. Helga Baumgarten - Autorin, Politologin, Universität Birzeit/Ramallah (Palästina)

Mag. Hadil Ghazzawi - palästinensische Ernährungswissenschaftlerin, zur Versorgungssituation der Menschen im Gazastreifen

Erwin Lanc - Bundesminister a.D., Ehrenpräsident des International Institute for Peace, Wien. "Völkerrechtliche Aspekte des israelischen Angriffs auf Gaza"

MSP Pauline McNeill - Abgeordnete des Schottischen Parlaments, Mitglied der Delegation nach Gaza

Dr.med. Muneer Deeb - PalMed Deutschland, Oberarzt der Klinik für Allgemein,- Viszeral- u. Thoraxchirurgie im Klinikum Kassel, operierte während der Angriffe in Gaza

Liveschaltungen, Interviews und Videoleitung aus dem Gazastreifen und der Westbank - u.a. mit Dr. Maryam Saleh - Abgeordnete zum Palästinensischen Legislativrat

Programm:
17:00h - Eröffnung der Veranstaltung und Begrüßung
- Vortrag Hadeel Ghazzawi: "Die Ernährungssituation im Gazastreifen"
- Vortrag und Erfahrungsbericht Dr. Muneer Deeb: "Die Situation in den Krankenhäusern in Gaza zur Zeit der Angriffe vor einem Jahr und heute, nach Jahren der Blockade"

19:00h - 19:30h - Pause
19:30h - Kultureller Beitrag: Arabische Oud-Musik

19:45h - Vorträge, Liveschaltungen, Podiumsdiskussion u.a. mit Erwin Lanc, Helga Baumgarten, Liveschaltungen, Interviews und Videobotschaften aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland (u.a. mit Maryam Saleh – Abgeordnete zum Palästinensischen Legislativrat)
21:30h - Buffet mit arabischen und palästinensischen Speisen

Veranstalter:
Dar al Janub - Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative
Koordinationsforum zur Unterstützung Palästinas

in Kooperation mit der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen

 
 

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